Haus in Dänemark gefunden und jetzt geht es an den Kauf? Dann sollte man sich schleunigst um eine Hausversicherung kümmern – denn die deckt das Haus und Hof bei Brand, Wasserschäden und sonstigen Schäden. Worauf es bei der Hausversicherung in Dänemark ankommt.

Hausversicherung (Husforsikring) in Dänemark – kurz erklärt
- Nicht gesetzlich vorgeschrieben
- In der Praxis bei Finanzierung meist erforderlich
- Beiträge abhängig von Lage, Baujahr, Dachform und Selbstbeteiligung
- Besonderheiten bei Küstennähe, Reetdach oder längerer Abwesenheit
Inhaltsübersicht
Eine Hausversicherung oder Wohngebäudeversicherung genannt, ist in Dänemark die “Husforsikring”. Sie ist die Versicherungspolice, die ein Haus und eventuelle fest installierte Gegenstände auf dem Grundstück gegen Schäden durch bestimmte Ereignisse absichert. Die Hausversicherung ist insbesondere wichtig für Eigentümer von Immobilien. Denn diese Versicherung deckt finanzielle Schäden, die durch Feuer, Sturm, Hagel, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser, Rohrbruch oder ähnliche Ereignisse verursacht werden können.
Eine Hausversicherung kann Eigentümern von Immobilien ein hohes Maß an Sicherheit und Schutz bieten und sie vor finanziellen Schäden im Falle eines Schadensereignisses schützen. Die private Haftpflicht ist in Dänemark in der Regel Teil der Hausratversicherung (Indbo).
Ist eine Hausversicherung in Dänemark Pflicht?
Eine Hausversicherung (Husforsikring) ist in Dänemark nicht gesetzlich vorgeschrieben.
In der Praxis wird sie jedoch fast immer benötigt, wenn eine Bank das Haus finanziert. Kreditinstitute verlangen in der Regel eine Gebäudeversicherung als Voraussetzung.
Auch ohne Finanzierung ist eine Absicherung sinnvoll: Bei Brand-, Sturm- oder Wasserschäden trägt der Eigentümer ohne Versicherung sämtliche Kosten selbst.
Was kostet eine Hausversicherung in Dänemark?
Die Kosten hängen stark vom Einzelfall ab. Entscheidende Faktoren sind:
- Wohnort (z. B. Küstennähe oder bekannte Überschwemmungsgebiete)
- Baujahr des Hauses
- Wohnfläche
- Dachform (z. B. Reetdach)
- Versicherungssumme
- Höhe der Selbstbeteiligung
Beispiele aus beliebten Regionen von deutschen Auswanderern in Dänemark (ohne Gewähr, rein zur Orientierung):
- 136 m² Haus in Ringkøbing/Søndervig
Vollversicherung mit ca. 4.000 DKK Selbstbeteiligung: rund 10.500 DKK jährlich - 163 m² Haus in Gråsten (Baujahr 2008, Versicherungssumme ca. 2,9 Mio. DKK)
ca. 5.500 DKK jährlich
Neuere Häuser sind häufig günstiger zu versichern als ältere Gebäude.
Die tatsächlichen Beiträge können je nach Objekt und Risiko deutlich abweichen.
Was ist typischerweise versichert?
In der Regel deckt eine Husforsikring:
- Schäden durch Brand
- Sturm- und Wetterschäden
- Leitungswasser
- Einbruchschäden am Gebäude
- Eigentümerhaftung (z. B. wenn jemand auf dem Grundstück zu Schaden kommt)
Viele Eigentümer wählen eine umfassende Absicherung zum Wiederaufbauwert.
Typische Selbstbeteiligung: häufig ca. 3.000–4.000 DKK, je nach Tarif.
Was deckt eine dänische Hausversicherung?
Die Hausversicherung deckt in der Regel das Gebäude selbst sowie alle fest installierten Gegenstände ab. Hierzu zählen zum Beispiel Heizungsanlagen, sanitäre Anlagen, Einbauküchen und Einbauschränke. Nicht versichert sind in der Regel bewegliche Gegenstände wie Möbel, Schmuck oder Elektrogeräte. Hierfür sorgt die separate Hausratversicherung (Indboforsikring), die in Dänemark Pflicht ist, da sie die Haftpflichtversicherung beinhaltet, die bei dänischen Versicherern nicht einzeln abgeschlossen werden kann.
Die genauen Bedingungen der Hausversicherung können je nach Versicherungsunternehmen und Vertrag variieren. Es ist daher wichtig, die verschiedenen Angebote zu vergleichen und die Versicherungsbedingungen sorgfältig zu prüfen, bevor man sich für eine Hausversicherung entscheidet.
Diese Elemente kann eine dänische Hausversicherung absichern
Brandschutz
Deckt unter anderem Brand, Blitzeinschlag und Schäden an elektronischen Geräten
Kasko
Deckt eine Vielzahl an Schäden inkl. Hauseigentümerhaftpflicht und Rechtschutzversicherung im Zusammenhang mit dem Haus. Der Kasko-Teil deckt u.a. Sturmschäden, Wasserschäden nach starken Regengüssen. Vandalismus, Schäden nach einem Einbruch sowie Brüche an Sanitäreinrichtungen und Glas sind ebenfalls abgedeckt.
Schimmel und Insekten
Deckt Schäden verursacht von z.B. Holzzerstörende Pilze und Insekten, z.B. Pilzschäden in Bodenkonstruktionen.
Verottung
Deckt Schäden an Holzelementen, die die Funktions- oder Trageeigenschaften den Holzes beeinträchtigen (z.B. von Fenstern und Türen).
Rohre und Kabel
Deckt Schäden von nicht sichtbaren Rohren und Fehlern von Kabeln im Haus
Zuleitungen
Deckt Schäden in Elektrokabeln, Internetkabeln, TV-Kabel, Telefonkabel und ähnliches außer Haus, sowie Funktionsfehler und Brüche in Wasser- und Abwasserleitungen.
Besondere Punkte in Dänemark
Küstennähe & Überschwemmung
Bei Häusern in Küstennähe oder in bekannten Risikogebieten fließen Wetter- und Schadenshistorie in die Beitragsberechnung ein. Dies kann die Prämie beeinflussen.
Reetdach (Stråtag)
Reetgedeckte Häuser sind in der Regel teurer zu versichern als Häuser mit klassischen Dächern.
Je nach Brandschutzmaßnahmen kann der Beitrag deutlich höher liegen. Versicherer prüfen solche Objekte häufig genauer, teilweise mit Besichtigung.
Hobbylandwirtschaft oder Nebengebäude
Bei kleineren landwirtschaftlichen Nutzungen oder mehreren Nebengebäuden erfolgt oft eine individuelle Bewertung durch den Versicherer.
Typische Fehler deutscher Auswanderer
Einige Punkte werden häufig unterschätzt:
- Unterschied zwischen Ferienimmobilie und Ganzjahreswohnsitz
- Längere Abwesenheiten nicht gemeldet
- Umbauten oder Renovierungen nicht nachversichert
- Reetdach-Sonderbedingungen übersehen
Gerade bei Häusern, die zeitweise leer stehen, können besondere Bedingungen gelten.
Zusammenhang mit weiteren Versicherungen in Dänemark
Beim Hauskauf stellt sich häufig nicht nur die Frage nach der Hausversicherung, sondern nach dem gesamten Versicherungsschutz.
Die private Haftpflichtversicherung ist in Dänemark in der Regel Bestandteil der Hausratversicherung (Indbo). Weitere Informationen findest Du hier:
Wer ein Haus besitzt, sollte außerdem prüfen, ob bestehende Versicherungen – etwa die Autoversicherung oder eine Hundeversicherung – angepasst werden müssen.
Eine Übersicht aller wichtigen Versicherungen findest Du hier:
👉 Versicherungen in Dänemark – Überblick
Haus gekauft oder Kauf geplant?
Die Hausversicherung sollte idealerweise bereits vor der Übergabe geklärt sein. Gerade bei Finanzierung durch eine Bank ist sie meist Voraussetzung.
Wenn Du noch am Anfang stehst, findest Du hier eine ausführliche Orientierung zum Thema:
Versicherung und Kauf gehören in Dänemark eng zusammen – insbesondere bei älteren Immobilien, Reetdach oder Küstennähe.
Wir unterstützen auf Deutsch: Dänische Hausversicherung und mehr
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Häufige Fragen zur Hausversicherung in Dänemark
Ist eine Hausversicherung in Dänemark Pflicht?
Nein, gesetzlich ist sie nicht vorgeschrieben.
Bei Finanzierung durch eine Bank ist sie jedoch in der Praxis erforderlich. Ohne Versicherung wird ein Kredit in der Regel nicht gewährt. Auch bei einem Kauf ohne Darlehen ist sie sinnvoll: Im Schadensfall – etwa bei Brand oder Sturm – haftet der Eigentümer ohne Versicherung vollständig selbst.
Was kostet eine Hausversicherung in Dänemark?
Die Beiträge hängen stark vom Einzelfall ab. Lage, Baujahr, Wohnfläche, Dachform und Selbstbeteiligung spielen eine Rolle.
Zur Orientierung liegen typische Beiträge – je nach Objekt – im Bereich mehrerer Tausend DKK pro Jahr. Konkrete Zahlen sind nur individuell bestimmbar.
Ist ein Reetdach in Dänemark teurer zu versichern?
Ja, reetgedeckte Häuser (Stråtag) sind häufig teurer zu versichern als Häuser mit klassischen Dächern. Je nach Brandschutz und Lage kann der Beitrag deutlich höher ausfallen.
Eine individuelle Prüfung ist hier besonders wichtig.
Sind Sturm- und Überschwemmungsschäden automatisch mitversichert?
Sturm- und Wetterschäden sind üblicher Bestandteil der Hausversicherung.
Bei Küstennähe oder bekannten Risikogebieten können jedoch besondere Bedingungen oder angepasste Beiträge gelten.
Was passiert, wenn ein Haus länger leer steht?
Bei längerer Abwesenheit gelten teilweise besondere Bedingungen. Wird ein Haus nur als Ferienimmobilie genutzt oder steht es über längere Zeit leer, sollte dies dem Versicherer mitgeteilt werden.
Andernfalls kann der Versicherungsschutz eingeschränkt sein.
Muss ich Umbauten oder Renovierungen melden?
Ja. Größere Umbauten, Erweiterungen oder Nutzungsänderungen sollten dem Versicherer gemeldet werden. Andernfalls kann es im Schadensfall zu Problemen bei der Regulierung kommen.